Veganismus? Lieber nicht! Oder doch?

Lesezeit ca. 4 Minuten

Falls du hier drauf geklickt hast, weil du entweder den Veganismus verteidigen willst oder aber eine Ladung Trolldung abladen wolltest: Nänänä, Pech gehabt. Wenn du aber auf einen sachlichen Diskurs aus bist, dann lies weiter. Es geht um ein dickes Problem im Veganismus.

Vegane Menschen in Deutschland

Aber immer langsam: Es leben laut VeBu mittlerweile 1,6% Veganer_innen in Deutschland. Das sind immerhin 1,3 Millionen. Laut einer Umfrage sind die meisten ethisch motivierte Veganer_innen – im Einklang mit den Statuten der Vegan Society. Nicht unbedeutend sind aber auch die Menschen, die es aus ökologischen oder gesundheitlichen Gründen geworden sind. Und bei den letzteren liegt das (eine) Problem.

Wenn man es richtig macht, dann ist eine pflanzliche Ernährung nicht ungesünder als eine ausgewogene und vollwertige Mischkost – vorausgesetzt man supplementiert Vitamin B12 und passt auf ein paar Nährstoffe etwas besser auf. Dann hat man sogar möglicherweise auch Vorteile – muss aber nicht.

Das Problem am Veganismus

So sinnvoll die Bewegung auch ist, so ungut sind manche Auswüchse. Und die kommen zumeist von der Gesundheitsfraktion. Und aber auch denen, die irgendwie ihren gesunden Menschenverstand bei der letzten spirituellen Sitzung vergessen haben.

Das Problem sind:

Die Veganer_innen.

So vielfältig, wie die Gründe für den Schritt zum Veganismus sind, so vielfältig sind auch die Menschen. Grundlegend super, denn jede*r ist ein Individuum.

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Dann sind da aber noch die Menschen, die den Veganismus als Sondermülldeponie für ihren geistigen Unrat missbrauchen. Die gefährlichen und menschenverachtenden Prinzipien und Verschwörungstheorien werden unter dem Deckmantel des Veganismus unters Volk gebracht, hat aber überhaupt nichts damit zu tun. Am Ende wird mit Angst, Verzweiflung und Unwissen Geld gemacht und die Leute glauben es.

Nur um ein paar Stichworte zu nennen:

Chemtrails, Hohlerde, Echsenmenschen, Aliens, Reichsbürger, Parasiten, MMS, Homöopathie, Germanisch Neue Medizin, Impfgegner.

Die Liste könnte Seiten füllen. Menschen mit ein bisschen Sachverstand greifen sich zurecht an den Kopf.

Und wenn solche kruden Aussagen dann noch von studierten Ärzten gemacht werden, muss ich schon aufpassen, dass ich beim Facepalm nicht aus Versehen ein Loch in meinen Kopf stanze.

Aber weil die Bewegung so divers ist, gibt es auch wirklich dumme Menschen unter den Veggies. Da macht eine (ex-vegane) Influencerin mal 25 Tage Wasserfasten und wundert sich, dass ihre Periode ausbleibt. Vegane Eltern füttern ihr voll gestilltes Kind mit Pflanzendrinks statt Muttermilch oder Pre – das Kind stirbt. Vegane Eltern wollen die Hirnhautentzündung ihres Säuglings mit Öl heilen – das Kind ist jetzt behindert. Die Medien verwandeln das gefundene Fressen in einen Sturm gegen den Veganismus und seine Umtriebe. Nicht beachtet wird: Das alles hat nix mit vegan zu tun, sondern einfach mit bodenloser Dummheit.

Und zu guter letzt gibt es noch die, die alles pro-vegane in die Welt unkontrolliert herausposaunen. Dabei kommen abstruse Aussagen von selbsternannten Youtube-Doktoren oder Instagram-Gurus genau so zur Geltung, wie rechtslastige Aussagen, die eindeutig gegen eine Religion feuert, aber eben zufällig auch irgendwie zum “vegan” passt. Sagst du etwas gegen diese “Hauptsache für die Tiere” Mentalität, bist du ein Anti-Veganer, Troll, Hater oder von der Fleischlobby bezahlt. Wäre das wirklich so, würde ich das hier von meinem Strandhaus aus schreiben.

selbst.kritisch.vegan

Die Initiative “selbst.kritisch.vegan” ist ein Zusammenschluss aus Medienschaffenden vegan lebenden Menschen, die zusammen eine Allianz gegen veganen Blödsinn bilden. Heißt: Youtuber_innen, Blogger_innen, Autor_innen, Podcaster_innen, die diesem Unsinn etwas Seriösität entgegen setzen wollen und gegen innere Strukturen vorgehen wollen, die den Veganismus nur ausnutzen, aber nichts damit zu tun haben.

Aktuell sind dabei: Niko Rittenau, Der Artgenosse, Tierethik & Veganismus, Steffi.Gains.Knowledge, Max Grassfed, The Vactory, Vegan auf den Punkt, Vegan Info – und es sind noch mehr in der Pipeline, die bald verkündet werden. Achja, der super Blog Nutripunk ist natürlich auch dabei! 😉

Das heißt nicht, dass wir unfehlbar sind – auch wenn wir unsere Prinzipien haben. Findest du einen Fehler, weise uns gern konstruktiv darauf hin.

Du kannst mitmachen

Facebook LogoWerde Teil der Gruppe auf Facebook. Es geht um den aktiven Austausch von Veganer_innen, die keine Lust mehr haben, ihre Ideologie von Schwurblern und Misanthropen missbrauchen zu lassen.

Denn nur wenn wie mit Pro- und Anti-Veganen Lügenmärchen aufräumen und nicht einmal vegane Sachen frühzeitig ausschließen, kann die Bewegung sinnvoll wachsen. Sonst machen wir uns irgendwann zum Gespött – es ist jetzt schon nicht einfach.

Am Ende schaden wir durch Untätigkeit den Tieren.

Erster Erfolg!

Durch die Initiative von Tierethik & Veganismus zusammen mit Steffi.Gains.Knowledge und am Ende auch Niko Rittenau wurde der “Vegane Familienkongress 2018” offline genommen.

Es wurde von verschiedenen (studierten) Ärtzen Sachen behauptet, die absolut nicht wissenschaftlich belegbar sind und mit Veganismus überhaupt nichts am Hut haben. In dem Zusammenhang haben fast alle Unterstützer des Kongresses ihre Zusammenarbeit beendet und sich davon Distanziert.

An der Stelle auch nochmal Kudos an den Betreiber Kevin Heckmann. Der hatte zwar die schwurbeligen Aussagen in den Videoseminaren kommentarlos abgenickt, im Nachhinein aber Einsicht gezeigt und sich nicht nur dazu geäußert, sondern auch den kompletten Kongress offline genommen und Besserung für die Zukunft gelobt. Toll!

Update: Wie sich herausstellte, hat sich Kevin Heckmann zwar medienwirksam in Nikos Video distanziert, nur um ein paar Tage später mit den gleichen Schwurbelärzten wieder ein neues Seminar anzukündigen. Schöner Wendehals.

So geben wir als seriöse, tierethische Bewegung rechten, esoterischen und gesundheitsschädlichen Aussagen keine Chance!

Disclaimer: Nutripunk.de ist werbefrei, unabhängig und geht keine Kooperationen ein.

Nutripunk.de ist kein Arzt und ersetzt keine ärztliche Beratung. Es gibt maximal Tipps aus eigener Erfahrung, die nicht allgemeingültig sind. Wenn du krank bist: Geh zum Arzt und such nicht im Netz nach Lösungen!

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Toller Beitrag! – Wir hoffen auf eine gute und lange Zusammenarbeit 🙂