Vegane Ostern – Tipps für Familien mit Kindern

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Es ist wieder so weit. In den Supermärkten finden sich Osterhasen aus Schokolade ein, Eier werden Wochen vorab bunt bemalt und blau gekocht verkauft und an der Metzger-Theke werden tote Schafskinder zu Sonderpreisen angeboten. Alles in Allem irgendwie unbefriedigend leidvoll, oder? Wenn du vegan lebst oder einfach nur deine Ostern tierleidfreier gestalten möchtest, dann habe ich ein paar Tipps für schöne vegane Ostern für dich, mit denen auch Kinder glücklich werden können.


Ich freue mich auch über deine Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren.

Brich die Traditionen!

Ostern ist heute mehr als die Feier über den Tod am Kreuz mit anschließender Auferstehung. Das christlich adaptierte Fest ist mit seinen gewachsenen Traditionen heute fast immer mit Tierleid verbunden. Du kannst die Ostertraditionen noch so sehr lieben, irgendwo ist vermutlich ein Tier unfreiwillig involviert.

Und damit meine ich nicht den von den “Heiden” adaptierten Zauberhasen mit den vielen bunten Eiern im Gepäck, sondern überhaupt die Eier, Milchschokolade in Ei- oder Hasenform und natürlich das traditionelle Osterlamm. Zur Erinnerung: Es handelt sich hierbei um ein Kind, das mit 2-12 Monaten getötet wird. Speziell für diese segenreiche Zeit zum richtigen Zeitpunkt geboren und getötet.

Ich fand es als Kind immer merkwürdig, dass Lämmer, also Schafskinder, getötet werden. Es wurde aber mit “das ist ‘was Feines” und “schmeckt ganz zart” und “nur zu Ostern” abgetan. Gedanken waren weg, Bauch wurde gefüllt. Vermutlich das Los vieler Omni-Kinder, wenn sie nachfragen. (Groß)Eltern würde ich für dieses angelernte Denken aber trotzdem keinen Vorwurf machen.

Doch du hast die Wahl.

Lebst du vegan? Findest du die Tradition auch scheiße? Dann brich sie!

Du kannst das Leid an der richtigen Stellenicht mit deinem Geld nachfragen und gleich deinen Kindern erklären, warum du das nicht tust.

Vor allem solltest du nicht wie diese Zeit-Autorin aus “Trauer” um die Eier-Traditionen dazu ernsthaft gedanklich kommen, Hühner statt Eiern zu färben. Das ist schon etwas … weltfremd. Ob es nur ein Witz war? Sieht vielleicht im ersten Moment lustig oder imposant aus. Spätestens ab dem ersten Nachdenken sollte dir aber klar werden, wie grausam das ist.

 

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Vegane Ostern mag auch der Osterhase – (c) freestocks / Unsplash

Alternative Osterbräuche für Veganer:innen

Osterwasser, Osterkerze, Osterlachen, veganer Osterzopf – das sind Traditionen, die du problemlos mit (d)einem veganen Leben vereinbaren kannst. Doch was ist mit den anderen Dingen? Das sog. Osterlamm passt nicht wirklich zum Veganismus. Ebenso die gefärbten Hühnereier.

Also was tun? Vor allem Kinder werden an diese Tradition unkritisch gewöhnt. Was kannst du deinen Kindern als Alternative anbieten und gleichzeitig pädagogisch sinnvoll agieren?

Ostereier – ohne Hühnerei

Wie wäre es, wenn du einfach vegane Schokoeier kaufst? Die gibt es mitunter auch beim Discounter und sie sind meist bunt eingepackt. Sicherlich ist das nicht das Gleiche, aber muss es das sein, wenn Traditionen grausam sind?

Je nach Einstellung kannst du auch die Eier der letzten Jahre als Deko weiter nutzen. Neue Eier könnten dann aus Plastik, Schaumstoff oder selbst gesammelten Steinen sein. Die kannst du mit Kindern bemalen und gleich pädagogisch sinnvoll einwirken – je nach Alter und individueller Entwicklung kannst du die Hintergründe von Ostern oder der Eierproduktion erklären. Beim Steinesammeln seid ihr auch gleich draußen an der frischen Luft. Kindern ist es eigentlich egal, ob sie (weiß grundierte) Steine oder Eier bemalen. Selbst gesammelt hat sogar nochmal einen Pluspunkt.

“Glückliche” Hühnereier sind für mich auch keine Alternative. Selbst wenn Hühner ganz “bio” beim Bauern oder Hinterhof leben, sind die in der Regel gezüchtet und legen ungesund viele Eier. Das muss jede:r für sich selbst beurteilen.

Außerdem haben wir Menschen meiner Meinung nach nicht das Recht, Hühner ihrer Ovulation zu berauben. Selbst, wenn sie die Eier nicht selbst picken, um das verlorene Kalzium wieder aufzunehmen. Dann ist das eben so. Davon geht deine Welt nicht unter, wenn die Eier liegen bleiben.

Osterlamm und andere Osterspeisen – vegane Alternativen

Tote Schafskinder stehen nicht auf meiner Speisekarte. Und auch keine Gebäcke mit Ei / Kuhmilch. Vegane Ostern meiner Familie – “meine” Regeln.

Zugegeben ist es teils schwer, eine ähnliche Alternative aus Pflanzen zu kreieren. Ich kann generell komplett darauf verzichten. Aber Kinder sehen überall Ostern, es ist ein Fest der Gesellschaft. Also muss ich zumindest etwas mitmachen, wie Weihnachten auch. Über die Wiese jagen und Sachen finden, ist auch cool. Am Esstisch wird es dann für Veganer:innen eventuell eine Herausforderung. Je nach Familientradition sieht der gedeckte Ostertisch nochmal anders aus, daher kann ich nur ein paar Tipps aus eigener Erfahrung anbieten.

Bei einigen Familien gibt es ohnehin veganen Obstsalat oder typische Brunchkombinationen wie Tomate mit Mozzarella oder Feta (gibt’s auch vegan) oder Soleier (wird vegan schwierig) oder gefüllte Eier. Granola-Eier lassen sich leicht veganisieren. Du könntest für den Kuchen einfach einen veganen Kuchen in Lammform backen. Auch der Hefezopf lässt sich vegan backen. Weiter geht es veganen Eiersalat aus Tofu oder Nudeln und Kala Namak – oder vegane Eier mit Senfsauce.

Das Internet ist voller veganer Rezepte für Ostern. Lass dich einfach inspirieren. Das freut auch die Flexitarier. Oder nimm ein paar aus meinen Buchtipps:

Die besten veganen Bücher – Einsteiger bis Profi: Sachbücher, Fachliteratur und Rezepte

Tote Tierkinder als Tradition würde ich definitiv und ohne weiteres Nachdenken brechen und auch keine Alternative suchen, sondern lieber etwas Eigenes daraus machen, das nicht imitiert. Es gibt aber fertige Versuche einiger Hersteller, die aus z.B. Tofu versuchen, Lammgeschmack und -konsistenz zu kreieren. Wenn es nicht ohne geht, dann probier doch das. Ich wurde bei allen Versuchen zu Ostern und Weihnachen mit Fertiglösungen geschmacklich herbe enttäuscht.

Deine Ideen

Was machst du eigentlich zu Ostern? Hast du vegane Alternativen ausprobiert? Oder betreibst du anderen, veganen Aktivismus?

Oder bist du ein Ostermuffel und machst eh Nichts, was man typischer weise zuordnen könnte?

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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