„Tierrechtsbewegung – Geschichte, Theorie, Aktivismus“ – wie gut ist das Buch?

Lesezeit ca. 2 Minuten

Es war blanker Zufall, dass ich dieses Werk über meinen Bildschirm huschte. Über eine Empfehlung kam ich auf die Seite des Unrast Verlags, einem sehr linken Verlag, der auch selbst Grundlagenliteratur unter unrast transparent verlegt. Jedes dieser Bücher hat 72–80 Seiten – Grund genug für mich, ein kurzweiliges Werk mit geballtem Wissen zu erwarten. Ein glücklicher Umstand im Bekanntenkreis ermöglichte mir es, das Buch zu lesen. “Tierrechtsbewegung – Geschichte, Theorie, Aktivismus” ist ein Buch, dass jede_r Veganer_in wenigstens einmal gelesen haben sollte.

Tierrechtsbewegung (Unrast Verlag)

Nachdem ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen hatte, war ich etwas baff. Es ist aus der ersten Auflage von 2013 und wurde angeblich Ende 2018 gekauft. Wie kann so ein gutes Buch über die Grundlagen der Tierrechtsbewegung so selten über die virtuelle Ladentheke gehen, dass es immer noch in der ersten Auflage steckt? Es liest sich derartig fluffig und ist nicht zu umfangreich, dass es definitiv öfter verkauft werden sollte.

Das Buch arbeitet sich über die Anfänge, über Aktionen der Tierbefreier_innen und -rechtler_innen bis in die Gegenwart. Dabei berichtet der Autor Klaus Petrus nie einseitig oder gibt seiner Meinung den Vorrang, sondern behandelt das Thema (in meinen Augen) sehr neutral. Er weiß darum, dass es in der sehr heterogenen Bewegung ebensoviele Gedanken um den korrekten Veganismus und Aktionismus gibt und belässt es klugerweise dabei.

Geniale Gedanken

Im Fazit kommt er nach Franzinelli zum Schluss, dass die Bewegung sich Tierbewegung nennen sollte, um ein gemeinsames Profil nach Außen zu wahren. Diese sollte in Tierschutz, -befreiungs, -rechts und auch die vegane Bewegung unterteilt werden. Alle ziehen irgendwie am gleichen Strang, handeln dennoch unterschiedlich strikt “für die Tiere” und sind auch unterschiedlich motiviert. Ein grandioser Gedanke um mehr Stärke zu zeigen, aber gleichzeitig die Eingenständigkeit zu behalten, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Das bleibt definitiv in meinem Kopf und wird die nächsten Tage zerdacht.

Ein bisschen schade finde ich, dass er seine eigene Meinung nicht klar kommuniziert. Ich lese gerne gut formulierte Meinungen (das kann er) und klare Kante. Aber das Buch will gar keine Meinung vorbeten, sondern aufzeigen, was möglich ist. Trotz all der Theorie ist das Buch nur am Anfang in der Geschichte etwas trockener zu lesen – dem Thema geschuldet. Wer auf Jahreszahlen und Namen steht, kann sich hier komplett gönnen.

Tierrechtsbewegung Klaus Petrus Buch Kritik Rezension Auszug Fazit
Auszug vom Fazit // (c) Unrast Verlag, Klaus Petrus

Aufbau

Das Werk ist dabei in die drei Bereiche Geschichte, Theorie und Aktivismus weitgehend gleichmäßig aufgeteilt. Ca. 25 Seiten umfasst jeder Bereich – nicht einfach, diese durchaus komplexen Themen in so wenig Seiten abzuhandeln. Ein wenig leidet der Tiefgang darunter, für den Einsteig und Überblick ist es aber ausreichend und gut genug mit Querverweisen durch Fußnoten belegt.

Fazit

Tierrechtsbewegung Klaus Petrus Buch Kritik Cover Front RezensionWenn du noch keine echten Berührungspunkte mit der Tierrechtsbewegung hattest, empfehle ich dir dringend, die sehr schmalen 7,80€ zu bezahlen. Es mutet ein wenig wie ein Reclam Büchlein an – wobei Reclams “Texte zur Tierethik” deutlich umfangreicher (und trockener) ist. Hier werden (zum Glück) auch keine Einzelpositionen detailliert auseinander genommen.

Klaus Petrus hat mit dem Buch Tierrechtsbewegung – Geschichte, Theorie, Aktivismus ein wirklich wertvolles Buch voller Geschichte und Denkanstöße und Tipps geschrieben, dass in keinem veganen Bücherregal fehlen sollte.

Leiht es euch wenigstens einmal aus!

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