Nur vegane Kinder bekommen genug Eisen und Folsäure

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Ihr habt es sicherlich mitbekommen: Sehr viele lokale Zeitungen haben über die Studienergebnisse der VECHI-Studie berichtet. Und natürlich ist der Grundtenor, dass pflanzlich aka vegan und vegetarisch ernährte Kinder zu einem gewissen Prozentsatz zu klein sind. 10% der veganen Kinder und 6% der vegetarischen. Bei den Mischkostkindern sind 3% zu dick.

Studienhintergrund: 3 Tage Ernährungsprotokoll von 420 Kindern zwischen 1 und 3 Jahre. Ausgewertet wurden bisher 364. Dazu kommen Gesundheitszustand, Gewicht und Körpergröße. Dadurch ist es alles reine Korrelation und keine Kausalität (also ohne bewiesenen Zusammenhang), aber wenn die anderen Medien das annehmen, dann mach ich das auch so.

Das heißt aber auch, dass 90% der Kinder völlig normal sind. Und das trotz der „Mangelernährung“. Zudem hat die Studie herausgefunden, dass alle Kinder zu wenig Kalzium, Jod und Vitamin B2 zu sich nehmen. Vegane Kinder ca 50% der empfohlenen Zufuhr, omnivore Kinder 75%.

Und das Beste: Pflanzlich ernährte Kinder bekommen als Einzige (!!!) genug Eisen und Folsäure.

Wieso erwähnt das eigentlich keiner zuerst? Vegane Kinder KÖNNEN komplett normal werden! Das ist doch mal was wirklich spannendes, wenngleich für „uns Pflanzenfresser“ nix Neues. Wenn dann noch die Eltern auf die Empfehlungen der einzelnen Nährstoffe achten würde, hieße das ja: OMFG, vegane Kinder sind völlig normal und nicht unterernährt!!!1!!1 Ich weiß grad selbst nicht, warum mich das überrascht. Wohl der Fakt, dass die Medien das verschweigen, aber „wir“ schon immer Recht hatten. Und die Ernährungsgesellschaften der USA, Kanada, England, Australien u.a. auch. Nur bei der DGE schleift es gehörig. Aber wen wunderts, wenn man jahrelang makrobiotische Ernährung mit Pflanzenkost gleichsetzt.

Klar ist das nicht so einfach, weil Kinder nicht immer das (gern) essen, was man ihnen vorsetzt. Da muss man dann etwas tricksen. Am besten klappt es bei den meisten (und bei uns) mit Smoothies. Unbeliebtes wie Salatblätter einfach mit zum Obst packen, eventuell noch Nussmus dazu und das ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Kalzium gibts bei uns über mit Algen supplementierten Haferdrink.

Wer sich nicht sicher ist, ob das Kind alles beisammen hat, der kann zum Bluttest gehen. Da werden auch nicht literweise Röhrchen wie beim Erwachsenen gefüllt, sondern das gibt einen kleinen Pieks und der Tropfen reicht aus. Man haben die es gut. Und wenn man sich täglich bunt ernährt und überall ein paar Nährstofflieferanten „versteckt“, dann muss man den auch nicht immer wieder machen, wenn man einmal gesehen hat, dass es klappt. Außerdem sieht man einem Kind ja an, wenn etwas fehlt.

Was mich auch freut: 94% der Eltern wissen, dass sie ihren Kindern Vitamin B12 geben müssen. Der Glaube an die vegane Menschheit ist doch noch nicht verloren. Danke für die Aufklärungsarbeit, die vielleicht auch ihr geleistet habt! In manchen veganen Foren und Gruppen ist der Grundtenor anders und man steht allein auf weiter Flur, wenn man sagt, ein B12-Supplement ist Pflicht.

Aber jetzt freu ich mich erstmal auf die kompletten Ergebnisse Ende 2018 bzw. Anfang 2019, denn dann soll die ganze Studie veröffentlicht werden. Und ich hoffe, dass dieser noch viele mehr folgen. Dann kann irgendwann auch die DGE nichts mehr gegen die vermeintlichen Lobbyisten sagen und wir Veganer*innen können endlich auch offiziell und ohne Kampf den Kindern in den Kitas und Schulen eine vegane Option vorsetzen lassen.

Die Zukunft kann nur noch besser werden!

Hier geht’s zu den (Vorab)Ergebnissen der Studie

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